Das Islamismus-Problem der „Muslimischen Jugend“

hafez„Die MJÖ (Muslimische Jugend Österreichs) begreift sich als Vertretung muslimischer Jugendlicher in Österreich und als Ansprechpartner für Politik und Medien in Fragen Islam, aber auch Integration, Bildung und Jugend.  Es liegt in ihrer Verantwortung, Ungereimtheiten, das Verhältnis zur Muslimbruderschaft betreffend, aus der Welt zu schaffen und diesbezügliche Fragen endlich zu beantworten. Wenn, wie bisher, nur zugegeben wird, was sich nach Medienrecherchen nicht mehr bestreiten lässt, schafft das nur eines: Misstrauen. (…) [B]emerkenswert ist die Tatsache, dass einer der Gründer der MJÖ, der Politikwissenschaftler Farid Hafez, in seinem Buch ‚Islamisch-politische Denker: Eine Einführung in die islamisch-politische Ideengeschichte‘ sowohl die beiden Vordenker Hasan al-Banna und Sayyid Qutb, als auch den aktuellen Chefideologen der Muslimbruderschaft, Yusuf al-Qaradawi, durchwegs positiv darstellt.

Den radikalen Islamismus der Genannten und die von ihnen begründete und weitergedachte Idee eines totalitär islamischen Staates wird im Buch verharmlost und zu einer islamisch-demokratischen Einstellung umgedeutet. Der Judenhass dieser islamischen Denker ist dem Autor nicht einmal eine Erwähnung wert. Al-Qaradawi etwa wurde dadurch bekannt, dass er die Todesstrafe für den Abfall vom Islam, 100 Peitschenhiebe als Strafe für Homosexuelle und Selbstmordattentate von Palästinensern befürwortet, den Holocaust für eine Strafe Gottes hält und Hitler für den Mann, dem es gelungen sei, die Juden zurechtzuweisen: ‚Das war ihre göttliche Bestrafung. So Gott will, wird das nächste Mal diese durch die Hand der Gläubigen erfolgen.‘ Wäre es vorstellbar, ein Buch über das Denken von Goebbels zu schreiben, ohne auf dessen totalitär völkische Anschauungen und seinen Antisemitismus einzugehen?

In einem Artikel für den Standard hat Hafez im Juli 2013 zudem die ägyptische Muslimbruderschaft als demokratische Kraft und al-Banna sowie al-Qaradawi als Demokraten verteidigt. Das geschah vermutlich in der Hoffnung, man könne kurz nach dem Militärputsch und der neuerlichen Verfolgung der Muslimbruderschaft auf westliche Solidarität bauen und die Organisation – in Kontrast zum brutalen und illegitimen Vorgehen des ägyptischen Militärs – als demokratische Alternative präsentieren.“

(Nina Scholz: „Die Muslimische Jugend und der Irrgarten der Muslimbruderschaft“)

 

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