Europäische Fantasie, dass man auf Angriffe gewaltfrei reagieren kann

„Der nächste Krieg kommt bestimmt. Der kommt vielleicht aus dem Norden, aus dem Süden, vielleicht von der Hamas, vielleicht von der Hisbollah. Er kommt in zwei Wochen oder in zwei Monaten oder in zwei Jahren. Aber er wird kommen. Was aber in der Zwischenzeit in Israel passiert: Die Menschen haben die Hoffnung auf Frieden verloren. Sie sind nun bereit, nicht auf ihn zu warten, sondern das zu tun, was zu tun ist, nämlich aus dem größten Teil der Westbank abzuziehen. Nicht, weil es sich die Palästinenser verdient hätten – denn das haben sie nicht. Auch nicht, weil es Frieden bringen wird – denn das wird nicht passieren. Aber wir sollten nicht unsere Energien darauf verschwenden, über Millionen von Menschen zu herrschen, die unsere Herrschaft nicht wollen. Unser Problem: Wir sind kein Teil dieser Region und wollen das auch nicht sein. Manche Israelis hatten den Traum, eines Tages werden wir Frieden haben und dann wird Israel Teil des Nahen Ostens. Ich hatte diese Wahnvorstellung nie: Wollen wir so freigeistig werden wie Syrien? So demokratisch wie Saudi-Arabien? So frauenfreundlich wie Katar? Was gibt es im Nahen Osten, dessen Teil man sein will? Nichts. Warum sollen wir mit dem Niltal konkurrieren, wenn wir mit Silicon Valley konkurrieren können? Sie werden bemerkt haben, dass ich arrogant bin.“ (Interview mit Dan Schueftan: „Die Lage im Nahen Osten ist hoffnungslos“)

Mehr zum Thema auf Mena Watch: Video-Podcast: Dan Schueftan

 

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