Es gehört zu den seltenen Vorzügen des IS, dass er deutlich sagt, was ihn bewegt

„Aber den IS bekommt man nicht ohne den ‚echten Islam‘, jedenfalls nicht ohne das, was die Jihadisten darunter verstehen, und es gehört zu den seltenen Vorzügen dieser Gruppierung, dass sie deutlich sagt, was sie bewegt. So verweist man den Umstand, dass islamistische Anschläge im Westen so gerne als ‚sinnlos‘ bezeichnet würden und man dort unablässig frage, wieso die Kalifatskämpfer den Westen bloß so hassten, nahezu ironisch in die Propaganda­ecke. Journalisten hätten eben Angst, etwas politisch Inkorrektes zu schreiben, und wer den »Tabus ›Der-Islam-ist-eine-friedliche-Religion-Clique‹« widerspreche, werde zur einflusslosen gesellschaftlichen Randgruppe erklärt. Dagegen stellt das Magazin klar: De Westler wird zuallererst gehasst, weil er ein Ungläubiger ist, weil zweitens die westlichen Gesellschaften säkular und liberal sind und drittens Atheismus verbreiten. Erst lange danach, darauf weist Dabiq unmissverständlich hin, kommen Beweggründe wie die westlichen Angriffe auf muslimische Länder zum Tragen. Mit verständnisvollen antiimperialistischen Plattitüden braucht man sich den Kalifatskämpfern jedenfalls nicht anzudienen. Auch die Christen, denen man immerhin ein Lebensrecht bei Unterwerfung zugesteht, werde man, so Dabiq, hassen, solange sie Ungläubige blieben.

Beim Siegeslauf der Jihadisten im Sommer 2014 und bei der Gründung des Kalifats sah es so aus, als würde man auf Anschläge im Ausland zugunsten der Konzentration auf territoriale Gewinne im Irak und Syrien verzichten. Mittlerweile ist klar geworden, dass die Vorbereitungen für solche Attentate mit der Ausbildung und Einschleusung von Terroristen nach Europa bereits Anfang 2014 begonnen haben. Es waren dann vor allem zwei Botschaften des Sprechers des Kalifats, Abu Mohammed al-Adnani, im September 2014 und im Mai dieses Jahres, die das internationale Anschlagsprogramm der Jihadisten umrissen haben. Im September 2014, unmittelbar im Zusammenhang mit dem Beginn der US-amerikanischen Luftangriffe auf dem Gebiet des IS, forderte al-Adnani zu Anschlägen ‚einsamer Wölfe‘ im Westen auf: Wenn man sie schon nicht mit Sprengsätzen oder Kugeln töte, könne man Amerikanern, Franzosen oder ihren Verbündeten auch den Schädel mit einem Stein einschlagen, sie mit dem Messer abschlachten oder mit dem Auto überfahren.“

(Oliver Piecha: „Jihad zum Selbermachen“)

 

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