ERFUNDENE BEDINGUNG

Sehr geehrte Presse-Redaktion,

in ihrem Artikel über Wiederaufnahme von direkten Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern schreibt Susanne Knaul, beide Seiten hätten „bisherige, hart umkämpfte Positionen“ aufgeben müssen. Israels Premier „Netanjahu rückte schließlich von seiner Forderung an die Palästinenser ab, als Vorbedingung für Gespräche Israel als jüdischen Staat anzuerkennen.“ Gleichlautend meint Wieland Schneider in seinem Kommentar, die Führungen Israels und der Palästinenser hätten sich bislang hinter Forderungen „versteckt, die jeweils andere Seite müsse Vorbedingungen für Gespräche erfüllen.“ Diese Behauptungen sind schlicht falsch: Der israelische Premier konnte schon allein deshalb nicht von ihm unterstellten Forderungen abrücken, weil er – ganz im Gegensatz zur palästinensischen Seite – die Wiederaufnahme von Verhandlungen zu keinem Zeitpunkt an bestimmte Vorbedingungen knüpfte. Vielmehr hat Netanjahu die Palästinenser etliche Male zu genau jenen direkten Verhandlungenohne Vorbedingungen aufgerufen, die seit längerem auch zu den Forderungen des so genannten Nahost-Quartetts gehören.

Mit freundlichen Grüßen,
Mag. Florian Markl
Medienbeobachtungsstelle Naher Osten (MENA)


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