Erdogan: Unterstützung Homosexueller ist „gegen die Werte“ der Türkei

„Die türkische LGBT-Community hat erklärt, das Verbot von LGBT-Veranstaltungen durch die Regierung stelle nicht nur eine illegale Beschränkunge individueller Freiheiten dar, sondern liefere zudem einen weiteren Beweis für die antisäkulare Agenda der Regierung. Man mache sich zunehmends Sorgen um die eigene Sicherheit. Teilnehmer an einer Umfrage des Guardian berichteten, Recep Tayyip Erdoğan führe Krieg gegen sie. Die Einstellung ihnen gegenüber kippe im ganzen Land, auch in Gebieten, in denen sie sich zuvor frei bewegen konnten. Die Behörden in Ankara verhängten Sonntagabend ein Verbot aller LGBT-Veranstaltungen, weil sie eine Bedrohung der öffentlichen Ordnung darstellten und ‚Reaktionen bestimmter Teile der Gesellschaft’ provozieren könnten. Einige Tage zuvor wurde ein Festival mit deutschsprachigen schwulen Filmen in der Hauptstadt untersagt. (…)

Vergangene Woche erklärte Erdoğan, die Unterstützung Homosexueller ginge ‚gegen die Werte unseres Landes’. Ähnlich hatte er sich bereits vor einigen Monaten ausgedrückt, als er zum dritten Mal die alljährliche Gay Pride-Parade in Istanbul unterband. Der türkischen Zeitung Hürriyet zufolge setzte die Polizei zur Durchsetzung des Verbots Gummigeschosse ein und verhaftete zehn Personen. (…) Die Teilnehmer an unserer Umfrage meinten, es komme häufig zu Angriffen auf die LGBTI-Community, und es sei absurd, dass die Behörden nun ihre Freiheiten begrenzten, weil sie angeblich die öffentliche Ordnung gefährdeten. (…) Am besorgniserregendsten sei die Tatsache, dass die Regierung behaupte, LGBT-Veranstaltungen könnten ‚Reaktionen bestimmter Teile der Gesellschaft’ provozieren.“ (Carmen Fishwick: „‚It’s just the start‘: LGBT community in Turkey fears government crackdown“)

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