Empörende Verzerrung

Sehr geehrte Redaktion der Kleinen Zeitung,

Sie berichten in der heutigen Ausgabe der Kleinen Zeitung unter der Überschrift „Politikerin durfte kein Blut spenden“, Helfer des israelischen Roten Kreuzes hätten sich geweigert, eine Blutspende „der schwarzen Knesset-Abgeordneten Pnina Tamano-Schata anzunehmen“. Blutspenden „von in Afrika geborenen Menschen“ würden in Israel „grundsätzlich abgelehnt“. Was Sie in Ihrem Artikel nicht erwähnten: Auch in Österreich hätte die aus Äthiopien stammende Abgeordnete kein Blut spenden dürfen. Auf den Informationsseiten des Roten Kreuzes ist über die Ausschlussgründe für Blutspenden zu lesen: „Personen, die an Malaria erkrankt waren oder sind oder in einem Malariagebiet geboren oder aufgewachsen sind bzw. sich länger als drei Jahre aufgehalten haben, unterliegen einem permanenten Ausschluss“. Diese Information – die beispielsweise in einem ähnlichen Bericht auf Spiegel Online, wenn auch erst ganz zum Schluss und in Bezug auf die rechtliche Lage in Deutschland, sehr wohl zu finden ist – enthielten Sie Ihren Lesern vor und erweckten stattdessen mit dem Hinweis auf Frau Tamano-Schatas schwarze Hautfarbe den Eindruck, es habe sich hier um einen Fall von eklatantem Rassismus gehandelt. Dies ist eine empörende Verzerrung der Realität, die Sie als seriöse Zeitung Ihren Lesern gegenüber richtigstellen sollten.

Mit freundlichen Grüßen,
Mag. Florian Markl
Medienbeobachtungsstelle Naher Osten (MENA)


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