Linda Sarsour: Eine Antisemitin als „Frau des Jahres“

By Festival of Faiths from Louisville, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=55128903

„Das Glamour-Magazin hat Donald Trump gerade ein Geschenk von exquisiter Qualität überreicht: Es hat Linda Sarsour zu einer der ‚Frauen des Jahres 2017‘ gekürt. Das müssen wir jetzt ein bisschen erklären. Sarsour, 1980 als Kind palästinensischer Einwanderer in Brooklyn geboren, ist das, was man in Amerika eine Aktivistin nennt. Sie war die Direktorin der Arab American Association of New York. Nachdem in Ferguson der schwarze Jugendliche Michael Brown von einem Polizisten erschossen wurde, gründete sie eine Gruppe mit dem Namen Muslims for Ferguson. Vor den Präsidentschaftswahlen von 2016 machte sie sich für Bernie Sanders stark, den Kontrahenten Hillary Clintons innerhalb der Demokratischen Partei. Nach dem Wahlsieg von Donald Trump gehörte sie zu den Organisatoren des legendären ‚Women’s March‘, der riesigen Demonstration, die am Tag nach Trumps Amtseinführung die Straßen von Washington, DC, überschwemmte. Mit ihrem schmalen Gesicht und ihrem Kopftuch gehörte sie bald zu den bekanntesten Köpfen der Opposition gegen Donald Trump. Wo liegt also das Problem?

Das Problem liegt zum Beispiel in einem Tweet aus dem Jahr 2011. Darin behauptete Linda Sarsour, dass Brigitte Gabriel – eine christliche Libanesin, die sich als Kind mit ihren Eltern in einem Bunker vor radikalen Muslimen verstecken musste, von Granatsplittern verwundet wurde und in Amerika zu einer wütenden Gegnerin des Islam wurde – nicht besser sei als Ayaan Hirsi Ali, die Islamkritikerin aus Somalia. Beide hätten es verdient, dass man ihnen ‚den Hintern versohlt‘, tweetete Linda Sarsour. ‚Ich wünschte, ich könnte ihnen die Vaginas wegnehmen – sie verdienen es nicht, Frauen zu sein.‘  Ihren besonderen Charme erhält diese Aussage dadurch, dass Ayaan Hirsi Ali als Kind Opfer einer Genitalverstümmelung wurde. (…) Aber Linda Sarsour legte noch einmal nach: In einer Rede im Oktober 2015 bezeichnete Linda Sarsour Israelis als ‚white supremacists‘, also Vertreter einer weißen Herrenmenschenideologie, die sowohl Palästinenser als auch schwarze Amerikaner unterdrücken. (Diese Nachricht wird die schwarzen Juden aus Äthiopien, die in der israelischen Armee dienen, ziemlich überraschen.) (…) Muss noch eigens erwähnt werden, dass Linda Sarsour sich für die antisemitische ‚Boycott, Divestment and Sanctions‘-Bewegung aussprach (die den Slogan ‚Kauft nicht bei Juden!‘ durch die Parole ‚Kauft nicht bei Israelis‘ ersetzt hat)? Müssen wir extra darauf hinweisen, dass die selbst erklärte muslimische Feministin Linda Sarsour freundliche Worte für Saudi-Arabien fand, einen Staat, in dem Frauen bis gerade eben nicht einmal Auto fahren durften? Immerhin gebe es dort bezahlten Mutterschaftsurlaub (den es in den Vereinigten Staaten nicht gibt), erklärte sie in einem Tweet.“ (Hannes Stein: „Frau des Jahres? Was für ein Irrsinn!“)

 

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