Ein neuer Fall von „Pallywood“?

Glaubt man palästinensischen Quellen, wurden vor einer Woche zwei junge Palästinenser von der israelischen Armee erschossen, als sie vor dem Ofer-Gefängnis nördlich von Jerusalem demonstrierten. Die PLO-Politikerin Hanan Ashrawi, frisch zurück von ihrem vom Kreisky-Forum und der Diplomatischen Akademie organisierten Gastauftritt in Wien, verurteilte „in der strengsten möglichen Form die absichtliche Exekution zweier palästinensischer Teenager“. Beide seien unbewaffnet gewesen und hätten keine Gefahr für die israelischen Soldaten dargestellt. Die „exzessive“ und „willkürliche Gewalt“ der Israelis stelle ein „Kriegsverbrechen“ und ein „Verbrechen gegen die Menschheit“ dar. Die zuständigen israelischen Instanzen untersuchen den Vorfall, bemerkten aber, die israelischen Soldaten hätten an dem fraglichen Ort, an dem gewalttätige palästinensische Demonstrationen stattfanden, überhaupt keine scharfe Munition eingesetzt. Und das ist nicht der einzige Umstand, der erhebliche Zweifel an der Geschichte aufkommen lässt: Immer wieder greift die palästinensische Propagandamaschinerie auf dramatisch inszenierte Fälschungen zurück, um Israel zu diskreditieren.

Im Jahr 2005 veröffentlichte der Historiker Richard Landes einen Dokumentarfilm mit dem Titel: „Pallywood: According to Palestinian Sources“. In dem 18-Minuten-Video unternahm Landes einen Blick hinter die Kulissen der Nahostberichterstattung und zeigte anhand einer Reihe von Videosequenzen, wie Palästinenser Aufnahmen stellten, die sie, möglichst theatralisch geschnitten, der willfährigen und gutgläubigen internationalen Öffentlichkeit als Belege für gewalttätige israelische Übergriffe präsentierten. Der Begriff Pallywood, eine Verbindung von „Palästinenser“ und „Hollywood“, brachte Landes‘ These auf den Punkt: Bei den Bildern, die von Medien auf der ganzen Welt für ihre Berichterstattung verwendet wurden, handelte es sich oftmals nicht um die Abbildung realer Auseinandersetzung in einem blutigen Konflikt, sondern um palästinensische Inszenierungen. Agierten die involvierten Laienschauspieler allzu lächerlich, wurden die Aufnahmen nicht verwendet, sahen die Darstellungen dagegen halbwegs glaubwürdig aus, wurden sie den internationalen Fernsehstation als „Breaking News“ zur Verfügung gestellt. Hier der Film von Richard Landes, der zusammen mit anderen ähnlichen Untersuchungen auch auf der Homepage „The 2nd Draft“ zu finden ist.

Wenden wir uns mit diesem Wissen im Hinterkopf dem aktuellen Vorfall von vor einer Woche zu. Auch von der angeblich gezielten Tötung zweier junger Palästinenser gibt es Filmaufnahmen: Ein Zusammenschnitt von Aufnahmen einer Sicherheitskamera soll zeigen, wie die zwei Jungen im Abstand von rund einer Stunde an ein und demselben Ort absichtlich und gezielt erschossen worden sein sollen:

Auf einem anderen Video ist der erste der beiden Vorfälle auch noch aus einer zweiten Perspektive zu sehen:

Unweigerlich fühlt man sich an die von Landes zusammengetragenen Inszenierungen erinnert, unweigerlich stellt sich eine Reihe von Fragen: Stürzt jemand so zu Boden, der gerade tödlich getroffen wurde? Kann jemand, der so präzise getroffen worden sein muss, dass er binnen Sekundenbruchteilen zusammensackt, sich noch auf den Rücken rollt und anschließend überhaupt nicht mehr bewegt, seinen Sturz mit beiden Armen abzufangen versuchen? Ist auch nur ansatzweise plausibel, dass hier der tödliche Einschlag einer Kugel zu sehen sein soll?

Ungewöhnlich auch die Reaktionen der anderen Akteure: Anstatt in Deckung zu bleiben, wenn gezielt scharf geschossen wird, strömen sie ohne jedes Zögern und anscheinend ohne jede Furcht zu dem Getroffenen. Sie unternehmen keinen Versuch, ihn aus der Schusslinie zu bringen. Keiner scheint Sorge zu haben, ins Schussfeld vermeintlicher Todesschützen zu laufen, und niemand schaut, woher die Schüsse eigentlich gekommen sind. Wenn hier wirklich tödliche Schüsse gefallen sein sollen, wäre das nicht ein geradezu selbstmörderisches Verhalten? Und wie hat es ein Krankenwagen wieder einmal geschafft, nur neun Sekunden nach dem Schuss bereits zur Stelle zu sein?

Noch seltsamer ist das Verhalten der Akteure beim zweiten Vorfall: Kurz nachdem an gleicher Stelle schon jemand erschossen worden sein soll – keinerlei Spuren am Boden deuten darauf hin –, haben auch hier die Umstehenden keine Angst, sofort ins Schussfeld zu laufen und winken sogar Fotografen herbei, die sich ebenfalls nicht so verhalten, als sorgten sie sich um Schützen, die gerade ein zweites Mal getötet haben sollen.

Es mag sein, dass vor einer Woche tatsächlich zwei palästinensische Jugendliche erschossen wurden, doch kann augenblicklich nicht festgestellt werden, wo und von wem. Die israelische Armee bestreitet wie erwähnt, dass ihre Soldaten am Ort des Geschehens scharf geschossen hätten; gespannt darf man auf die Ergebnisse ihrer Untersuchungen warten. Den angeblichen Beweisvideos sollte aufgrund der bekannten Vorgehensweisen palästinensischer Propaganda und wegen all der sich aufdrängenden Fragen und Ungereimtheiten jedenfalls größte Skepsis entgegengebracht werden – zu oft haben sich derartige „Belege“ für Anklagen gegen Israel als Lügen erwiesen.


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