Die zeitgemäße Version der Parole „Juden raus!“

„Ron Kampeas von der Jewish Telegraphic Agency war von dieser bemerkenswerten, von den National Students for Justice in Palestine (SJP) per Twitter zirkulierten und von einigen Campusgruppen der SJP unterzeichneten Petition besonders unangenehm berührt. SJP gehört zu den Hauptinitiatoren anti-israelischer Aktivitäten an amerikanischen Universitäten. Auf nationaler Ebene fordern die SJP ihre Anhänger dazu auf, ‚mit ihrer Unterschrift die Gemeinschaft der Xe’ Kuku’ Aab’aj bei ihrem Widerstand gegen die kolonial-zionistische Besatzung und Ausbeutung zu unterstützen!‘ Was hat die Gemeinschaft der Xe’ Kuku’ Aab’aj (San Juan La Laguna) in Guatemala mit den Zionisten zu tun? Nichts. Sie liegt aber mit Juden im Streit, und auf mehr kommt es den SJP offenbar nicht an. (…) Kurzum, eine winzige [jüdische] antizionistische Gruppierung [namens Lev Tahor], die von Israel als gefährliche Sekte eingestuft wird, wurde aus einer guatemaltekischen Stadt vertrieben. Der Bürgermeister der Stadt wurde von der guatemaltekischen Regierung inhaftiert. Bei den SJP wird daraus: Zionistische Siedlerkolonialisten verfolgen ein indigenes Volk.

Man würde gerne annehmen, die Autoren der Petition seien ignorant und zu beschäftigt gewesen, um ‚Lev Tahor’ zu googeln, obwohl das schlimm genug wäre. Doch verrenkt sich die Petition förmlich, um zu erklären, warum die antizionistische Sekte in Wirklichkeit zionistisch sei. Jede antizionistische Aktivität, so erklärt sie, müsse anti-kolonialistisch sein. Demnach könne Lev Tahor angesichts ihres bedrohlichen Mangels an Respekt für indigene Völker nicht antizionistisch sein. Es steckt also nicht Ignoranz, sondern Vorsatz hinter der Petition. (…) Bemerkenswert ist dabei, dass nun jede Aktivität, die sich gegen indigene Völker richtet, den SJP zufolge als zionistisch bezeichnet werden kann. Immerhin ist die Petition in ihrer Bezeichnung des Zionismus als eines aktiven Partners beim weltweiten Angriff auf indigene Völker von erfrischender Offenheit: ‚Die Konvergenz des Weißen Nationalismus mit dem Zionismus gefährdet zugleich indigene Bevölkerungen in Mesoamerika und weltweit‘.“ (Jonathan Marks: „Anti-Zionists and Anti-Semites“)

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