„Die Selbst-Ghettoisierung von Muslimen muss enden“

„Ich spreche lieber von ‚geschlossenen Gemeinschaften‘ in Bezug auf ghettoisierte Gruppen, die sich selbst entlang ethnischer und/oder religiöser Linien organisieren. Und die in einigen europäischen Ländern – speziell in Großbritannien – separate kulturelle und soziale Einheiten bilden. Und die speziell in England parallele Rechtsstrukturen haben. Und ja, solche geschlossenen Gemeinschaften habe ich beobachtet. Und sie sind ein Riesenproblem. (…) [W]enn wir uns die geschlossenen Gemeinschaften islamischen Glaubens anschauen, dann kommt als zusätzlicher Faktor die Radikalisierung hinzu. Hier gibt es Strukturen, die Jugendliche von ihrer Umgebung isolieren und ideologisieren. Besonders bei den extrem orthodoxen Deobandi-Moscheen wird den Kindern in den Koran-Schulen erzählt, dass sie sich nicht wie die Ungläubigen benehmen sollen, dass sie sich von ihnen fernhalten sollen, dass sie sie nicht lieben sollen. (…)

Wir müssen diese Ghettoisierung beenden. Und wir müssen die Strukturen auch der nicht-gewalttätigen Islamisten unter die Lupe nehmen. Da gibt es viele Fragen. Aber diese geschlossenen Gemeinschaften, diese Ghettos – das muss enden! (…) [I]n geschlossenen Gemeinschaften islamischen Glaubens kommt es eher zu hohen Radikalisierungsraten. Eine in diesem Jahr in England veröffentlichte Studie belegt: Die meisten Kämpfer, die zum IS ausgereist sind, kamen aus den ghettoisierten Gemeinschaften. Dort üben religiöse Führer eine starke Kontrolle aus, die nicht gerade Beispiele für Toleranz sind. In ihren Reden geht es um Abgrenzung und oft auch um Hass. Die kontrollieren diese geschlossenen Gesellschaften. Und das macht es möglich, dass sie ihre Ideologie an desillusionierte Jugendliche weiter geben.“ (Interview mit Elham Manea: „Ghettoisierte Muslime sind ein Riesenproblem“)

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