Burka & Co zeigen muslimische Verachtung westlicher Werte

niqab„Die Burka-Debatte hat jedoch auch einen wichtigen politischen Aspekt. Die muslimischen Gemeinden in Europa betrachten das französische Burkaverbot als einen islamfeindlichen Akt. Sie argumentieren damit, dass ein demokratisches System daran gemessen wird, wie es mit seinen Minderheiten und Andersdenkenden bzw. Andersgläubigen umgeht. Politisch betrachtet, hat diese Argumentation auch eine Kehrseite: Wenn muslimische Gemeinden verlangen, dass die in europäischen Gesellschaften lebenden Musliminnen öffentlich Burka tragen dürfen, sollte man auch meinen, dass aufgrund des Reziprozitätsprinzips auch europäische Frauen das Recht hätten, sich ohne Kopfbedeckung auf den Straßen von Jidda oder Teheran zu bewegen.

Die islamische Bekleidung ist eine Art politische Manifestation gegen westliche Werte. Dies kam vor allem nach der iranischen Revolution von 1979 zutage, als Ayatollah Khomeiny das Tragen des ‚Tschadors‘ als eine eindeutige Manifestation gegen den als westlich gesinnten Schah Reza Pahlewi propagierte. Heute, 35 Jahre nach der Revolution, werden immer noch Frauen auf offener Straße von dafür eingesetzten Sittenwächtern wegen ihrer zu kurz getragenen Kopfbedeckung geprügelt oder gar von religiösen Fanatikern mit Säure bespritzt. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass vor der iranischen Revolution von 1979 kaum Frauen mit Kopfbedeckung oder Burka in Indonesien oder Malaysia zu sehen waren. Heute sieht es anders aus. Man sieht kaum muslimische Frauen ohne Kopfbedeckung auf den Straßen von Jakarta oder Kuala Lumpur. (…) Die Frage stellt sich nun, ob die in Europa agierenden islamischen Gemeinden und Organisationen im Gegenzug die westlichen Werte der persönlichen Freiheit, der Toleranz sowie der Selbstbestimmung der Frau respektieren bzw. die muslimischen Frauen ihr Leben nach demokratischen Prinzipien, insbesondere der Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, voll akzeptieren würden. Diese Frage ist leider mit Nein zu beantworten“.

(Homayoun Alizadeh: „Toleranz ist keine Einbahnstraße“)

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