Rekrutierungspraxis: Die bürokratische Neigung des Islamischen Staates

„‚Schlecht organisierte Terrorgruppen leben nicht lang‘, sagt Leah Farrall von der Universität Sydney, Expertin für die Geschichte des Dschihadismus (‚The Arabs at War in Afghanistan‘). ‚Der IS profitiert davon, dass er Formulare und Prozesse von Al-Kaida geerbt hat.‘ Die straffe Organisation ist aber nur die Oberfläche. Viel brisanter ist der Inhalt: Die ‚Anmerkungen‘ der IS-Grenzer gewähren Einblicke in die Persönlichkeiten der Gotteskrieger, die Vielzahl der Daten erlaubt erstmals eine systematische Auswertung. Demnach sind gut zwei Drittel der Rekruten unverheiratet. Die meisten sind zwischen 20 und 30 Jahre alt und haben einen niedrigen Bildungsstand. Interessanterweise schätzen gut drei Viertel ihr Scharia-Wissen selbst als ‚gering‘ ein (zur Auswahl stehen noch ‚mittel‘ und ‚Student‘). Fast jeder Zehnte ist bereit, als Selbstmordattentäter zu sterben: ein gewaltiges Potenzial für den IS, für den Einsatz im Krieg in Syrien und im Irak, aber auch für Anschläge im Westen. Die übergroße Mehrheit gibt allerdings ‚Kämpfe‘ als Ziel an.“ (Der Journalist Yassin Musharbash in der deutschen Wochenzeitung Die Zeit: „Hast du Dschihad-Erfahrung?“)

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