Die Botschaft hinter dem israelischen Luftangriff

„Der syrischen Armee zufolge griff die israelische Luftwaffe am Donnerstag in den frühen Morgenstunden in der syrischen Stadt Maysaf eine militärische Anlage für die Herstellung hochentwickelter Raketen an. Obwohl die strategische Bedeutung des Angriffs dem auf den vor einem Jahrzehnt zerstörten syrischen Atomreaktor in Al Kibar nicht gleichkommt, stellt er in der israelischen Syrienpolitik dennoch einen entscheidenden Schritt in die richtige Richtung dar. Dieser Luftschlag sandte fünf entscheidende Botschaften aus: Botschaften, die darauf hindeuten, dass Israel dabei ist, mit Blick auf die vom Assad-Regime und seinen Partnern, dem Iran und der Hisbollah, ausgehenden Bedrohungen einen proaktiveren Kurs einzuschlagen. (…)

Bei der dritten Botschaft geht es um Glaubwürdigkeit. In einer Welt, in der Drohungen billig und zahlreich sind – man denke an das jüngste ‚Feuer und Furie’-Versprechen von Präsident Trump gegen Nordkorea – wiegt es ungleich schwerer, wenn ein Land seiner robusten Rhetorik Taten folgen lässt. In diesem Fall handelte es sich bei der angegriffenen Anlage um ein Forschungs- und Produktionszentrum, das dem CERS-Institut gehört. Das Institut wird vorwiegend vom Iran finanziert, setzt iranische Technologie ein und produziert hochentwickelte Langstreckenraketen und Chemiewaffen für die Syrisch-Arabische Armee und die Hisbollah. Der Luftschlag sollte Teheran und Damaskus klar machen, dass Israel entscheidende Maßnahmen ergreifen wird, um die Entwicklung langfristiger strategischer Bedrohungen zu unterbinden. (…)

Wie geht es nun weiter? Israel sollte sich auf mögliche Vergeltungsmaßahmen durch Syrien oder gar den Iran vorbereiten. Militärisch ist Israel vorbereitet – Zehntausende Soldaten sind für die größten Manöver in Jahrzehnten einberufen worden. Gleichwohl ist es wichtig, sich nicht in einen Krieg an der nördlichen Grenze hineinziehen zu lassen. Eine derartige Konfrontation würde beide Seiten – materiell und in Menschenleben – teuer zu stehen kommen. Auf der diplomatischen Ebene muss Israel erneut in Washington und Moskau vorstellig werden und nochmals deutlich machen, dass es die fortschreitende Übernahme Syriens durch den Iran nicht hinnehmen wird. Damit darf es jetzt vielleicht auf größere Aufmerksamkeit rechnen.“ (Amos Yadlin: „How to Understand Israel’s Strike on Syria“)

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