Wie Trump Syrien retten könnte

„Präsident Trumps Widerwillen, sich allzu weit in den syrischen Bürgerkrieg hineinziehen zu lassen, zum Trotz befinden sich die Vereinigten Staaten nun inmitten einer sich zuspitzenden Schlacht im Süden des Landes, die vergangene Woche zu einem Zusammenstoß des US-amerikanischen Militärs mit vom Iran unterstützten regierungstreuen Streitkräften führte. Wenn es Trump gelingt, die Gelegenheit beim Schopfe zu packen, könnte er den iranischen Einfluss in der Region zurückdrängen und im gleichen Zuge helfen, Syrien zu retten. Der Trump-Administration zufolge war der Luftangriff der Koalition in der Nähe des an der syrischen Grenze zu Jordanien und zum Irak gelegenen Stützpunkts in al-Tanf vom 18. Mai ein einmaliger Vorgang. In einer Erklärung des US-Oberkommandos hieß es, ‚regierungstreue Kräfte’ seien in eine ‚etablierte Konfliktentschärfungszone’ eingedrungen und hätten damit eine Gefahr für oppositionelle Streitkräfte und die sie ausbildenden US-Truppen dargestellt. Doch war das Scharmützel nahe al-Tanf kein Einzelfall. Regierungsvertretern, Experten und Anführern der Aufständischen vor Ort zufolge entwickele sich in der Region infolge einer von Milizen mit iranischer Unterstützung begonnenen Offensive eine sich rasch zuspitzende Konfrontation. Der Iran bemüht sich um strategische Kontrolle in der Gegend, um einen Landkorridor vom Libanon durch Syrien und Bagdad nach Teheran zu schaffen.

Sollte sie erfolgreich sein, würde diese iranische Kampagne die Sicherheitslage in der Region drastisch verändern, den Kampf gegen den Islamischen Staat in der nahegelegenen Stadt Deir al-Zour behindern und den für die Erlangung langfristiger Stabilität entscheidenden Versuch der USA, einheimische arabisch-sunnitische Einheiten auszubilden, direkt untergraben. Kurzum, es handelt sich um eine Konfrontation, der die Vereinigten Staaten nicht ausweichen können oder sollten. Sie bietet Trump zudem eine Gelegenheit, das zu schaffen, wovon seine Administration erklärt hat, dass sie es im Nahen Osten erreichen wolle: die Zurückdrängung des aggressiven iranischen Expansionismus. (…) Unterstützer der syrischen Opposition in Washington bemerken ebenfalls, dass sich in der Herangehensweise der USA an die Konfrontation mit dem Iran in Syrien eine Verschiebung abzeichnet. Ob dies der normativen Kraft des Faktischen geschuldet ist, oder eine bewusste Veränderung auf der politischen Ebene widerspiegelt, ist unklar – letztlich aber auch gleichgültig. Trump bewegt sich möglicherweise aus Versehen auf eine härtere Position dem Iran und dem Assad-Regime gegenüber zu, und daraus ergeben sich bereits konkrete Veränderungen vor Ort.“ (Josh Rogin: „How Trump could deal a blow to Iran – and help save Syria“)

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