Der Sturz Saddam Husseins war nicht der Fehler

„In einem legt sich der Untersuchungsbericht jedoch nicht fest: ob die Irak-Intervention an sich falsch oder gar illegal gewesen sei. Schon gar nicht lässt sich aus ihm Nahrung für die Legende ziehen, der gewaltsame Sturz eines der mörderischsten und aggressivsten Tyrannen der neueren Geschichte sei die Ursache für das aktuelle blutige Chaos im Nahen Osten.

Die Vorstellung, die Verhältnisse wären heute stabiler und friedlicher, hätte man Despoten wie Saddam weitermachen lassen, ist abwegig. Tatsächlich haben diese selbst über Jahrzehnte alle Grundlagen ziviler, humaner Ordnung systematisch zerstört. Sie waren es auch, die den dschihadistischen Terrorismus gezüchtet haben, um ihn für ihre Zwecke einzusetzen. Die Vernichtung der gemäßigten, reformerischen Opposition in Syrien im Zusammenspiel von Assad-Regime und IS zeigt, dass diese Methode bis heute funktioniert.

Verheerender als die fehlerhafte Besatzungspolitik der USA und ihrer Alliierten im Irak war der Rückzug. Präsident Obama verkündete ihn just zu dem Zeitpunkt, da es den USA nach Jahren furchtbarer Gewaltexzesse endlich gelungen war, das Land einigermaßen zu befrieden. Infolge des Abzugs kehrten Unterdrückung und Terror in den Irak zurück.“

(Richard Herzinger: „Den größten Fehler im Irak machten nicht die Briten“)

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