Allahs religiöser Supermarkt

der-koran-botschaft-der-liebe-botschaft-des-hassesSeine zentrale These: ‚Der Koran ist praktisch ein Supermarkt: Man kann darin alle möglichen Produkte kaufen, erwerben, benutzen, brauchen, missbrauchen. Es gibt Toleranz und Nächstenliebe, es gibt Gewalt und Ausgrenzung, es gibt Passagen, die Frauen als gleichberechtigt betrachten, und andere Passagen, die Frauen als Sexobjekte des Mannes auch betrachten. Das Problem ist nicht, was im Koran steht, sondern der Stellenwert des Korans als das endgültige letzte Wort Gottes.‘

Folgt man dieser Annahme, verbietet es sich natürlich, den von Gott selbst gegebenen Text irgendwie zu interpretieren, zu relativieren oder gar zu deuten. Christen dagegen lesen die Bibel heute meistens so, dass sie das Wort Gottes enthält, der Koran jedoch ist es in seinem eigenen Anspruch selbst, was einen gravierenden Unterschied ausmacht. (…)

‚Wir müssen den Koran so lesen, wie er ist, als ein menschengemachtes Buch‘, fordert der Autor [Hamed Abdel-Samad], ‚ein Buch, das eine menschliche Erfahrung beschreibt, das eine Gemeindebildung protokolliert, wie diese Gemeinde zustande gekommen ist, Fragen und Antworten für die damalige Gemeinde bietet, aber nicht für unser Leben heute. Es gibt zwar ein paar allgemeine Prinzipien, wie Gerechtigkeit, wie Bewahrung der Schöpfung, die man natürlich aus dem Koran herleiten kann, aber dieses Buch disqualifiziert sich als ein Ratgeber für politische Fragen, für Gesetzgebung.‘“ (Christian Ortner: „Allahs religiöser Supermarkt“)

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