Der kommende Krieg gegen die Hisbollah

„Länder handeln allzu oft so. Sie bauen große Armeen und Kriegsflotten auf, von denen sie annehmen, sie böten besseren Schutz vor ihren Gegnern. Was sie dabei nicht berücksichtigen, ist die Tatsache, dass diese ‚Präventions’- oder ‚Verteidigungs’-Maßnahmen von ihren Gegnern als Zeichen der Aggression betrachtet werden und das Konfliktpotenzial folglich nicht vermindern, sondern vermehren können.

Dies ist insofern bedeutsam, als der nächste große Krieg im Nahen Osten, der zwischen der Hisbollah und Israel, der beginnen wird, weil die Hisbollah die Größe und den Entwicklungsstand ihres Arsenals im Libanon – trotz eindeutiger und beständiger Warnungen Israels und der internationalen Gemeinschaft – massiv erhöht hat. (…)

Als die Hisbollah 2008 ihre innenpolitische Macht im Libanon schwinden sah, richtete sie ihre Waffen gegen andere Libanesen. So kam es zu Straßenkämpfen, die die frustrierte sunnitische Minderheit noch weiter erzürnten. Im syrischen Bürgerkrieg hat die Hisbollah im Rahmen der vom Regime geführten Strategie eine entscheidende Rolle gespielt, zunächst alle nichtextremistischen Elemente unter den Regimegegnern auszuschalten und die syrische Bevölkerung sowie die internationale Gemeinschaft damit vor die grässliche Wahl zwischen dem Regime einerseits und Gruppen wie al-Qaida und dem Islamischen Staat andererseits zu stellen,. (…)

Seit fast zwei Jahren haben israelische Militärs und Geheimdienstler also jeden amerikanischen Regierungsvertreter, der in Tel Aviv oder Jerusalem aufgetaucht ist, gewarnt, dass der nächste Krieg absehbar ist. Israel hat seine Verbündeten — und die Amerikaner ganz besonders — systematisch auf einen absehbaren und sehr, sehr schlimmen Krieg vorbereitet. Ich will nicht so tun, als wüsste ich genau, was der konkrete Anlass für den kommenden Konflikt sein wird. Aber Israel hat sehr deutlich gemacht, was es als Kriegsgründe betrachtet – und die Hisbollah hat die israelischen Warnungen konsequent ignoriert.“ (Andrew Exum: „The Hubris of Hezbollah“)

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