„Der Islamismus gehört weltweit geächtet“

„Die gegenwärtige Burka-Debatte lenkt ab vom wirklichen Problem. Die Tatsache, dass siebzig Jahre nach der Unterzeichnung der Uno-Charta (1945) und der Allgemeinen Menschenrechtserklärung (1948) schätzungsweise 100 Millionen Menschen in Staaten leben, wo das Gesetz des Salafismus, die Scharia, gilt, ist ein wesentlich grösseres Ärgernis als die paar hundert voll verschleierten Frauen auf den Einkaufsstrassen Europas.

Erinnern wir uns daran, dass es Zeiten gegeben hat, da alle Uno-Mitglieder sich darauf einigen konnten, dass die gleichen Menschenrechte für alle Menschen gelten sollten. Dies nach dem Zweiten Weltkrieg, bei der Unterzeichnung der Universellen Menschenrechtserklärung, und ein zweites Mal nach der Auflösung der Sowjetunion, an der Weltmenschenrechts-Konferenz von Wien (1993). In Wien bekräftigten alle Mitgliedsländer, die Einhaltung der Menschenrechte voranzutreiben. Geschehen ist das Gegenteil. In Brunei wurde 2014 die Steinigung wieder eingeführt. Auf den Malediven gilt wieder die Scharia als Gesetz. Die Anzahl salafistischer Moscheen und Schulen, finanziert durch die Golfstaaten, hat sich seit 1993 weltweit vervielfacht. Irgendwann um die Jahrtausendwende ist die moderne Welt vor der Macht der Petrodollars eingeknickt. Wann hat ein Präsident, ein Premierminister oder ein Uno-Hochkommissar für Menschenrechte zum letzten Mal die Scharia öffentlich als unvereinbar mit den Menschenrechten bezeichnet?

Die linksliberale Mehrheit in Europa und in den USA, gefangen im politisch Korrekten, bemüht sich, den Islam inklusive Salafismus wie irgendeine andere Religion zu behandeln, und hat Angst davor, der Intoleranz mit Intoleranz zu begegnen.“ (NZZ, hier)

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