Der Held des Recep Tayyip Erdogan

erdogan_uniform_iii„Dass der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan ein großer Freund der osmanischen Geschichte ist, machte er auch bei der Eröffnung der dritten Bosporus-Brücke Ende August 2016 deutlich. So wurde die Feier auf den 26. August gelegt, den Jahrestag der Schlacht von Manzikert, in der die Türken 1071 das byzantinische Zentralanatolien eroberten. Noch deutlicher verweist der Name des 3,5 Milliarden Euro teuren Bauwerks auf die Geschichte: Die Yavuz-Sultan-Selim-Brücke ist nach Sultan Selim I. benannt, ‚der das Osmanische Reich in alle Richtungen vergrößert hat, der großartige Eroberungen eingefahren und zahlreiche islamische Relikte nach Istanbul geholt hat‘, wie es in der offiziellen Begründung heißt.

In der Tat gilt Selim I. als einer der Architekten des osmanischen Weltreichs. Als er 1512 seinen Vater Bayezid II. vom Thron verdrängte, umfasste das Reich rund 2,3 Millionen Quadratkilometer. Als er acht Jahre später starb, waren es fast dreimal so viel. Sein großer Sohn Süleyman I., ‚der Prächtige‘, sollte in seiner langen Regierung die Grenzen noch bis vor Wien und Algier vorschieben. Aber die Grundlagen dafür hatte Selim geschaffen.“ (Florian Stark: „Dieser grausame Welteroberer ist Erdogans Held“)

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