Der gescheiterte Friede

Sehr geehrte Presse-Redaktion,

in ihrem Beitrag über den „gescheiterte(n) Frieden“ lässt Susanne Knaul keine Gelegenheit aus, um Israel für das Scheitern des Oslo-Friedensprozesses verantwortlich zu machen. Bemerkenswerterweise findet sich in dem gesamten Artikel dagegen nicht der kleinste Hinweis darauf, dass die Zeit seit der Unterzeichnung der Osloer Prinzipienerklärung für Israel so viel palästinensischen Terrorismus bedeutete, wie nie zuvor in der jahrzehntelangen Geschichte des Konflikts. Knaul gibt die Ansicht eines palästinensischen Funktionärs wieder, dass mit der Ermordung von Jitzhak Rabin 1995 durch einen Israeli der Friedensprozess gestorben sei. Sie erwähnt aber nicht, dass allein in diesem Jahr zuvor bereits Dutzende Israelis von palästinensischen Selbstmordattentätern in den Tod gerissen worden waren, so als habe dies keinerlei Bedeutung für den Friedensprozess gehabt. Knaul lässt ihren palästinensischen Gesprächspartner behaupten, dass Rabin und Arafat Frieden erreichen hätten könne, lässt aber einfach beiseite, dass es just derselbe Arafat war, der sich in den Jahren 2000 und 2001 einem Friedensschluss verweigerte und stattdessen einen Terrorkrieg gegen Israel vom Zaun brach, in dem über 1000 Israelis ermordet wurden. Man mag über die Gründe des Scheiterns des Oslo-Friedensprozesses geteilter Meinung sein, aber wie Knaul so zu tun, als wäre der fortwährende palästinensische Terrorismus nicht einmal einer Erwähnung wert, ist eine extrem einseitige und verzerrende Darstellung, die mit dem journalistischen Grundsatz der Ausgewogenheit der Berichterstattung nicht in Einklang zu bringen ist.

Mit freundlichen Grüßen,
Mag. Florian Markl
Medienbeobachtungsstelle Naher Osten (MENA)


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