Das Atomabkommen gibt dem Iran ein Druckmittel gegen den Westen in die Hand

„Das Nuklearabkommen mit dem Iran wurde eigentlich geschlossen, um den Bau einer iranischen Atombombe zu verhindern. Doch durch das Abkommen hat die Islamische Republik gleichzeitig ein Druckmittel gegen die westlichen Staaten in die Hand bekommen. (…) Denn zum einen kann der Iran fast jederzeit damit drohen, aus dem Abkommen auszusteigen, weil seines Erachtens die notwendigen Gegenleistungen in Form der Aufhebung der Sanktionen gegen das Mullah-Regime nicht erbracht worden sind. Man muss dabei wissen, dass es Sanktionen gegen den Iran auf zwei Ebenen gibt: Maßnahmen, die wegen des iranischen Nuklearprogramms existieren und Sanktionen, die wegen der iranischen Unterstützung diverser terroristischer Organisationen im Mittleren und Nahen Osten verhängt wurden. Die Machthaber in Teheran folgen dieser Unterscheidung logischerweise jedoch nicht. Für sie geht es um die Aufhebung aller Sanktionen!

Zum anderen kann der Iran jederzeit damit drohen, aus dem Abkommen auszuscheren, sollten die USA und ihre Verbündeten die iranischen Bestrebungen, im Mittleren und Nahen Osten eine hegemoniale Stellung aufzubauen, mit zu viel politischem und militärischen Druck begegnen. Auch Versuche, den iranischen Einfluss in Syrien einzuschränken, die iranische Unterstützung von Hisbollah zu unterbinden oder die unzähligen Versuche des Irans, seinen politischen Einfluss in der Region auszubauen, zurückzudrängen, könnten in der iranischen Drohung resultieren, aus dem Nuklearabkommen auszusteigen.“

(Carlo Masala: „Das Nuklearabkommen birgt eine oft übersehene Gefahr“)

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