Wo Iraner und Israelis zusammen forschen

„Manchmal schafft Wissenschaft mehr als Politik. Im Beisein von König Abdallah, Unesco-Generaldirektorin Irina Bokowa und etlichen Ministern aus muslimischen Ländern ist am Dienstag bei Amman der erste Teilchenbeschleuniger im Nahen Osten eingeweiht worden. Offiziell heisst die Anlage ‚Synchrotron-light for Experimental Science and Applications in the Middle East‘, was das schöne Akronym ‚Sesame‘ ergibt, ‚Sesam‘ zu Deutsch, jenes Losungswort, das zu Ali Babas Zeit die Tore zu unerhörten Schätzen öffnete.

Erklärtes Ziel des Unesco-Zentrums in den Hügeln von al-Balka, rund 35 Kilometer nördlich von Amman, ist nicht nur die Anhäufung wissenschaftlicher Schätze, sondern auch die Förderung der friedlichen Zusammenarbeit in einer an Konflikten überreichen Region. Seit Jahren arbeiten in Balka Forscherinnen und Forscher aus Ägypten, Jordanien, Israel, Pakistan, aus der Türkei und Palästina, aus Zypern, Bahrain und Iran. Das ist sensationell, wenn man bedenkt, dass Länder wie Iran oder Pakistan Israel nicht anerkennen oder die Türkei Zypern nicht anerkennt. Iran und Israel, aber auch Iran und viele arabische Nationen sind sich spinnefeind. Niemand hat energischer gegen das Atomabkommen mit Iran protestiert als Israels Regierungschef Netanyahu.“ (Ulrich Schmid: „Wo Israeli und Iraner gemeinsam forschen“)

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