Venezuelas Regime lernt vom Iran Terror gegen Bürger

„Der Tötung des 22jährigen venezolanischen Studenten Genesis Carmona durch eine bewaffnete regierungstreue Miliz – ‚colectivo’ genannt – ähnelt auf bemerkenswerte Weise der Tötung der iranischen Studentin Neda Agha-Soltan, die 2009 während der Grünen Revolution bei Protesten in Teheran auf ähnliche Weise erschossen wurde. Viele Beobachter haben daher begonnen, das Vorgehen der colectivos mit dem der paramilitärischen Basij-Einheiten im Iran zu vergleichen. Allerdings handelt es sich dabei um mehr als Spekulation. Der gegenwärtige Kommandeur der Basij-Einheiten, Brigadegeneral Mohammad Reza Naqdi begleitete den damaligen iranischen Verteidigungsminister General Mostafa Mohammad-Najjar, als dieser Caracas im April 2009 mit einer hochrangigen Delegation auf Einladung des damaligen venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez und seines Außenministers, des gegenwärtigen Präsidenten Nicolas Maduro, besuchte.

Mehrere Verteidigungsabkommen folgten, von denen eines von besonderer Bedeutung für das Verständnis der gegenwärtigen Ereignisse auf den Straßen Venezuelas ist. Quellen innerhalb des venezolanischen Militärs zufolge bestand die Rolle Naqdis bei diesen Zusammenkünften darin, das venezolanische Verteidigungs- und Innenministerium bei der Ausbildung ihrer Bürgermilizen, den inzwischen berüchtigten colectivos, zu beraten und zu unterstützen. (…) Regierungsdokumenten, die ohne Genehmigung veröffentlicht wurden, ist zu entnehmen, dass die Chavistas die Absicht hatten, die colectivos als Einheiten zum schnellen Eingreifen – Redes de Movilizacion Inmediata genannt – gegen oppositionelle Demonstrationen und zur Absicherung ihrer territorialen Kontrolle einzusetzen. Nach dem Vorbild der iranischen Basij-Einheiten gebildet besitzen diese Einheiten alphanumerische Kurzwahlcodes, um verdeckt kommunizieren zu können. Zu ihren Aufgaben gehört auch die geheimdienstliche Infiltration der Universitäten. Während diese Vorgehensweisen alles andere als originell sind, markieren sie dennoch einen deutlichen Schritt über die Fähigkeiten hinaus, über die die colectivos vor dem Besuch Naqdis verfügten. Die bewaffneten Bürgermilizen, die ursprünglich vor dem Hintergrund des bewaffneten Kampfes der venezolanischen Stadtguerilla der 1960er Jahre entstanden, erlebten eine Renaissance unter Chavez, der sie nutzte, um seine Kontrolle über die Bevölkerung zu sichern und sich gegen oppositionelle Militär- und Polizeieinheiten zu schützen.“ (Joseph M. Humire:Iran propping up Venezuela’s repressive militias“)

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