Bedrohung Israels durch schiitische Milizen

„Die absehbare Entscheidung der Trump-Administration, die US-Botschaft nicht von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen, ist derzeit nicht die wichtigste strategische Entwicklung im Nahen Osten. Die Geheimdienste in Israel und der Region verfolgen im Moment die Ereignisse an der syrischirakischen Grenze. In beiden Ländern bewegen sich vom Iran unterstützte schiitische Milizen auf die Grenze zu. Sollte es ihnen gelingen, von beiden Seiten auf die Grenze vorzurücken und dort die Kontrolle zu übernehmen, würde eine langfristige Ambition des Iran verwirklicht: die Schaffung ein Landkorridors, der die ungehinderte Bewegung von Streitkräften und Lieferung von Waffen und Versorgungsgütern von Teheran aus durch den Irak an das Assad-Regime in Syrien und an die Hisbollah im Libanon ermöglichen würde.

Ein derartiger Zusammenschluss würde auf den Erfolg der vom Iran angeführten regionalen Achse im syrischen Bürgerkrieg folgen, der der russischen Intervention auf Seiten des Assad-Regimes zu verdanken ist. Seit der endgültigen Kapitulation der aufständischen Kräfte in der nordsyrischen Stadt Aleppo im Dezember haben das Regime und seine Unterstützer ihre Kontrolle über verschiedenen Teil Syriens stetig ausgeweitet. Gleichzeitig helfen vom Iran gesteuerte örtliche schiitische Milizen den Vereinigten Staaten und der irakischen Regierung bei der Bekämpfung des Islamischen Staats in der Gegend um die irakische Stadt Mosul. Die Vertreibung des Islamischen Staats aus dem Grenzgebiet erlaubt es Milizen, die von Teheran unterstützt werden, strategisch bedeutsames, westlich von Mosul gelegenes Wüstenterritorium nahe der syrischen Grenze zu erobern.“ (Amos Harel: „Iran Striving for Land Corridor From Tehran to Beirut“)

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