Wo auf dieser Welt Araber die meiste Freiheit haben

Umm al-Fahm, Israel. Quelle: Moataz Egbaria

„Israels Araber, die muslimischen wie die christlichen, sind die Ausnahme. Sie haben die Gelegenheit gehabt, in einer demokratischen Gesellschaft zu leben. Sie haben die Vorteile eines Rechtsstaats genossen, die Chancen, die ein moderner Staat seinen Bürgern bietet, und die Normen, die in westlichen Gesellschaften vorherrschen, einschließlich der Gleichberechtigung der Geschlechter. Sie wären gerne in der Mehrheit, doch gibt es weltweit zahlreiche Minderheiten in demokratischen Gesellschaften, und dieser Sachverhalt ist nicht weiter tragisch. Sie beklagen Missstände, oftmals zu recht, doch viele geben angesichts der Alternativen zu, dass es ihnen gut geht. Doch sehen sie das nicht alle so.

Ihre politischen Vertreter, die Knesset-Abgeordneten der Gemeinsamen Liste, haben kein gutes Wort für Israel übrig, loben aber seine Gegner den Iran, den syrischen Präsidenten Bashar Assad, die Hisbollah im Libanon, die Hamas im Gazastreifen und sonstige palästinensische Terroristen. Offenbar unterstützen sie jeden, der Israel gerne beseitigen würde. Politisch decken sie das gesamte ideologische Spektrum ab vom Kommunismus (…) über die Muslimbruderschaft (die sich hier Islamische Bewegung in Israel nennt) bis zum Baathismus (vertreten durch die Balad-Partei, die Teil der Gemeinsamen Liste ist). Vereint sind sie jedoch in ihrem Hass auf Israel. Dass sie nicht auf die Integration der Araber in die israelische Gesellschaft aus sind, versteht sich von selbst.

Diejenigen, die der in der arabischen Bevölkerung weit verbreiteten Polygamie den Kampf angesagt haben, stellen sich gegen israelische Maßnahmen zu deren Begrenzung. Diejenigen, die gegen den Missbrauch von Frauen und sogenannte Ehrentötungen sind, halten sie für ein ‚örtliches Problem’, das die Araber selbständig lösen sollten. Die Israelis sollen sich aus unseren Leben heraushalten, heißt es immer wieder. Sie sind dagegen, dass junge Araber sich freiwillig zum Militär- oder Zivildienst melden. Vertreten sie wirklich die Ansichten der Mehrheit der arabischen Bevölkerung in Israel? Wenn nicht, warum stimmt die Mehrheit der israelischen Araber bei den Knesset-Wahlen für sie? (…)

Unter der arabischen Bevölkerung Israels findet ein Ringen statt zwischen jenen, die darauf bestehen, alles abzulehnen, wofür Israel steht, und dessen Gegner zu unterstützen, und jenen, die sich in die israelische Gesellschaft integrieren und von den Chancen Gebrauch machen wollen, die sie ihnen gewährt. Davon, wer in diesem Ringen die Oberhand gewinnt, hängt sehr viel ab.“ (Moshe Arens: „Israel’s Arabs and the Arab World“)

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