Anti-israelische Reportage: Arte stellt Perspektiven über Fakten

„Mit antiisraelischer Berichterstattung befassen sich in der Regel vornehmlich proisraelische Blogs. Und kurze Reportagen im Nachmittagsprogramm von Arte sind nur selten Gegenstand der Medienkritik. Der kürzlich vom deutsch-französischen Sender ausgestrahlte 15-minütige Film ‚Gaza: Ist das ein Leben?‘ und die Reaktionen des Senders auf die Kritik daran lösten aber sogar bei deutschen Regionalzeitungen Reaktionen aus. In der Westdeutschen Zeitung aus Düsseldorf beanstandete Chefredakteur Ulli Tückmantel, der Film verbreite ‚überprüfbar antisemitisch motivierte Falschinformationen‘. Zuvor hatte das ‚Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus‘ anlässlich der Reportage einen offenen Brief an Arte verfasst, unterschrieben von rund 70 Organisationen und Einzelpersonen. Unter den Unterzeichnern: der taz-Kolumnist Micha Brumlik, Julius H. Schoeps, der Direktor des Moses Mendelssohn Zentrums für europäisch-jüdische Studien in Potsdam, sowie der Zentralrat der Juden. (…)

Der Sender antwortete auf den offenen Brief, das Format ‚Arte Reportage‘ befasse sich ‚bewusst mit den Lebensumständen der Protagonisten aus deren Perspektive‘. Diese Replik schummelt sich aber an der Argumentation der Kritiker vorbei, wie auch das Jüdische Forum in einer Kritik an dieser Stellungnahme bemängelt. Daran, dass Allah Balata, der Protagonist der Reportage, beschreibt, wie sich sein Alltag verändert hat, nachdem er im Krieg von 2014 seine Familie verloren hat, stört sich niemand. Das Problem ist, dass die Autorin Paq die Protagonisten für ihre Botschaft instrumentalisiert. „Keine der im Film gezeigten Personen redet über Politik oder klagt Israel an“, konstatiert der Blog Mena Watch. Tendenziös ist tatsächlich allein der Off-Kommentar der Filmemacherin. (…) Wie sämtliche Beiträge für Arte Reportage habe auch Paqs Film ‚den üblichen Abnahmeprozess mit einem französischsprachigen und einem deutschsprachigen Redakteur durchlaufen‘, schreibt der Arte-Sprecher weiter. Das ‚Mehr-Augen-Prinzip‘ sei ‚durchgängig sichergestellt‘ gewesen. Im besten Fall bedeutet das: Die beiden zuständigen Redakteure, die Kreß, wenn auch nicht namentlich, erwähnt, haben antisemitische Denkmuster verinnerlicht, ohne es zu merken. (René Martens: „Offener Brief kritisiert Gaza-Doku“)

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