Mena-Exklusiv

Alle verurteilen Terror gegen „unbescholtene Bürger“ – Juden zählen allerdings nicht dazu

Reste der Diskothek Dolphinarium

Aus der ganzen Welt sind in diesen Tagen Verurteilungen der Anschläge von Paris zu vernehmen. Sogar das iranische Regime, der weltweit wichtigste staatliche Förderer des Terrorismus, dem die islamische Welt über den Umweg der libanesischen Hisbollah die Einführung des modernen Selbstmordattentats zu verdanken hat, spricht sich gegen die Gewalt aus. Und auch die palästinensischen Mörderbanden Hamas und Islamischer Dschihad verurteilen die „Barbarei gegen unschuldige Menschen“. Sich mit einem Sprengstoffgurt vor dem Stade de France in die Luft zu jagen, ist demnach strikt abzulehnen. Das exakt Gleiche in der Warteschlange vor einer Diskothek in Tel Aviv oder auf einem Markt in Jerusalem zu tun, verdient aus der Sicht von Hamas und Dschihad dagegen höchstes Lob: „Barbarisch“ ist ein Blutbad offenbar nur, wenn es nicht ausschließlich unter Juden angerichtet wird.

Dass Juden aus dem einzigen Grund attackiert werden, Juden zu sein, scheint auch für Stefan Brändle irgendwie einleuchtend zu sein, erklärte er im Online-Standard doch, das Besondere an den jüngsten Anschlägen in Paris sei, dass der Terror jetzt „beliebige Normalbürger“ getroffen habe. Die Charlie-Hebdo-Redaktion und die jüdischen Opfer in einem koscheren Supermarkt, die Anfang des Jahres von islamistischen Terroristen getötet worden waren, seien „zwei spezielle Bevölkerungskategorien“ gewesen, „beide auf ihre Art bedroht und auf der Hut“. Jetzt aber würden sich „unbescholtene Pariser Bürger“ nicht mehr sicher fühlen.

Karikaturisten, die nicht vor islamistischen Gewalttätern in die Knie gehen, werden mit Juden einzig dadurch vereint, dem tödlichen Hass islamistischer Mörder ausgesetzt zu sein. Das allein reicht offenbar aus, um nicht mehr als „unbescholtene Pariser Bürger“ zu gelten.


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