Ägyptische Behörde erlässt Fatwa gegen liberale Berliner Moschee

„Die Berliner Anwältin und Imamin Seyran Ates hatte kürzlich in einer protestantischen Kirche im Berliner Stadtteil Moabit eine liberale Moschee eröffnet, in der Frauen und Männer nebeneinander beten können. Die Moschee soll Muslimen aller Glaubensrichtungen offenstehen, wie Ates Cicero sagte. Die Frauenrechtlerin will damit einen Ort des liberalen Islam schaffen und eine Alternative zu den Moscheen der konservativen Islamverbände bieten. Daraufhin hatte es vor allem aus der Türkei heftige Reaktionen der Ablehnung gegeben. So hatte es aus der türkischen Religionsbehörde Diyanet, zuständig für mehr als 80.000 Moscheen in der Türkei, geheißen: Bei derartigen Praktiken, die nicht mit den ‚grundlegenden Quellen‘ des Islam vereinbar seien, handele es sich um ‚nichts anderes als einen Versuch zur Verfälschung der Religion‘. (…)

Die oberste Fatwa-Behörde in Ägypten, Dar al-Iftaa, neben der al-Azhar-Universität die wichtigste islamische Institution in Ägypten, kritisierte die Moschee scharf. ‚Nein zu liberalen Moscheen‘, teilte Dar al-Iftaa auf Facebook mit. ‚Frauen können nicht in einer Reihe neben Männern beten. Frauen ist es nicht erlaubt, ohne Schleier zu beten. Frauen ist es nicht gestattet, Imam zu sein, wenn dort Männer beten.‘ Weiter heißt es dort: ‚Für die Bekämpfung von Gewalt und Extremismus ist dies der falsche Weg, denn er schließt Extremismus von der anderen Seite mit ein, die Verletzung religiöser und wissenschaftlicher Regeln, ohne Lösungen für die Entstehung von Gewalt zu finden und die Verbreitung des wahren Islam zu fördern.‘“ (Abdulqayum Mohammed / Sebastian Backhaus: „Das ist nicht der Islam“)

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