Ägypten: Drei Jahre Haft wegen Homosexualität

„Das Gericht für Vergehen gegen die Sittlichkeit hat am Samstag vier Männer aus der schwulen Community zu drei Jahren Haft verurteilt. Sie hätten in einer Wohnung im Kairoer Stadtteil Hadayek al-Ahrem Handlungen begangen, die ‚mit der öffentlichen Sittlichkeit unvereinbar’ seien, sich der Homosexualität schuldig gemacht und damit gegen das ägyptische ‚Liederlichkeitsgesetz’ verstoßen. Polizisten verhafteten die Angeklagten, nachdem die Staatsanwaltschaft Haftbefehle gegen sie erließ. Die Behörden konfiszierten sexuelle Stimulanzien und Sexspielzeuge. Homosexualität ist in Ägypten nicht verboten. Doch begann die Polizei Ende der 1990er Jahre, zwei alte Gesetze wieder anzuwenden – ein Gesetz gegen Prostitution von 1950 und ein Gesetz gegen ‚Liederlichkeit’ von 1961 – um praktizierende Angehörige der LGBT-Community zu verhaften und anzuklagen. Die größte Aufmerksamkeit zog 2001 eine Razzia in Kairo auf sich. Damals wurden im Queen Boat, einem schwulenfreundlichen Club am Nil, 52 Männer verhaftet.

Zu dem neusten Durchgreifen gegen die LGBT-Community kam es nach einem Konzert der libanesischen Band Mashrou’ Leila im September, bei dem Angehörige der schwulen Community Regenbogenfahnen hochgehalten hatten. Menschenrechtsgruppen berichten, die Polizei habe nach dem Mashrou’ Leila-Konzert 57 Menschen verhaftet. Zehn von ihnen seien wegen ‚Liederlichkeit’ zu sechs Jahren Haft verurteilt worden.“ (Al-Masry Al-Youm: „Egyptian court sentences 4 gay men to 3 years in prison each“)

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