ABSURDE LOGIK

Im Kurier berichtet Andreas Schwarz heute über die „Friedensgespräche“ zwischen Israelis und Palästinensern, die „schon jetzt unter (einem) ungünstige(n) Stern“ stünden. Instruktiv ist, sich die zwei Gründe anzusehen, die Schwarz dafür verantwortlich macht, dass die Verhandlungen „unter denkbar ungünstigen Voraussetzungen“ begännen, bieten sie doch gutes Anschauungsmaterial für die absurde Logik, mit der Medien hierzulande über den Konflikt berichten.

„Zum einen“, führt Schwarz aus, „bombardierte die israelische Luftwaffe Mittwoch (sic!) Ziele im Gaza-Streifen. Die Angriffe auf verdeckte Abschussrampen waren die Reaktion auf einen Raketenangriff militanter Palästinenser auf die Grenzstadt Sderot am Tag zuvor.“ Die Friedensverhandlungen werden demnach durch israelische Bombardements und Angriffe der israelischen Air Force beeinträchtig, und nicht etwa durch die Raketenangriffe palästinensischer Terroristen. Tritt diese absurde Argumentation bei Schwarz noch in etwas abgemilderter Form auf, so hatte der Kurierim Internet weniger Skrupel, eindeutig Israel als Aggressor an den Pranger zu stellen, weil es sich nicht einfach wehrlos attackieren lässt:

Auch das den Beitrag begleitende Bild ließ keinen Zweifel daran, dass Israel für den Schlagabtausch verantwortlich gewesen sei. Dass auf dem zur Illustration des „Raketenangriff(s) auf den Gazastreifen“ gewählten Foto ausgerechnet eine israelische Abwehrrakete zu sehen ist, die die Geschosse palästinensischer Terroristen abfangen soll, bevor sie in israelischen Kindergärten, Schulen oder Krankenhäusern einschlagen, hebt auf unfreiwillige Art und Weise den verzerrenden Charakter der Berichterstattung hervor:

 

Bemerkenswert ist darüber hinaus, dass der Kurier über die Scharmützel im Gazastreifen berichtet und die israelische Selbstverteidigung als Gefährdung der „Friedensgespräche“ darstellt, dabei aber über den sprichwörtlichen Elefanten im Porzellanladen Stillschweigen bewahrt: dass mit der Hamas eine terroristische Gruppierung einen Teil der von den Palästinensern beanspruchten Gebiete regiert, die nicht im Traum daran denkt, vom Heiligen Krieg gegen Israel abzulassen und einen etwaigen Friedensvertrag mit dem jüdischen Staat als Hochverrat betrachtet.

„Zum anderen“, erläutert Schwarz den zweiten Grund, der die beginnenden Verhandlungen beeinträchtige“, „schaltet Israel in einem Kernpunkt der Friedensgespräche, beim Bau jüdischer Siedlungen in Ost-Jerusalem und im Westjordanland, demonstrativ auf hart. Erst am Wochenende hatte Israel den Bau neuer Wohneinheiten“ – man beachte, wie selbst harmlose Dinge wie Wohnungen einen kriegerischen Charakter bekommen, indem man sie als „Einheiten“ bezeichnet – „in Ostjerusalem angekündigt.“ Ein Sprecher der Palästinenser „warnte vor einem Scheitern der Gespräche, sollte Israel die Siedlungen weiter ausweiten.“

Auch hier schlägt die Logik Purzelbäume: Wurde nicht allerorten lobend hervorgehoben, dass die Palästinenser von der Forderung nach einem völlig Stopp israelischer Bautätigkeiten in den umstrittenen Gebieten Abstand genommen und damit den Weg für neue Verhandlungen freigemacht hätten? Wie sich herausstellt, war dieses palästinensische „Zugeständnis“ ein reiner Propagandatrick: Sobald Israel der Forderung, die angeblich fallengelassen wurde, nicht nachkommt, drohen die palästinensischen Verhandler sogleich mit einem Scheitern der Gespräche. Wie man sieht, können sie fest darauf vertrauen, dass von den USA über die EU bis zu den westlichen Medien alle die ihnen zugedachte Rolle in diesem Possenspiel übernehmen und Israel dafür denunzieren, sich nicht an eine Abmachung zu halten, die es nicht gibt.


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