Abbas kürzt Hilfe für Gaza und schickt stattdessen Medizin nach Venzuela

„Ein israelischer General äußerte am Montag scharfe Kritik am Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) Mahmoud Abbas, weil er bei gleichzeitiger Kürzung der Hilfe für den abgeriegelten Gazastreifen medizinische Hilfe in das ferne Venezuela schicke. ‚Wir weisen die Palästinensische Autonomiebehörde darauf hin, dass die Fahrt von Ramallah nach Gaza City nur eine Stunde dauert. Zwischen Ramallah und Venezuela liegen mehr als 10.000 Kilometer’, schrieb der Koordinator der israelischen Regierungsaktivitäten in den palästinensischen Gebieten (COGAT) Generalmajor Yoav Mordechai auf seiner offiziellen Facebook-Seite. COGAT ist die Abteilung des Verteidigungsministeriums, die sich mit den Angelegenheiten der palästinensischen Zivilbevölkerung befasst. Am Sonntag gaben die Außen- und Gesundheitsminister der PA, Riyad al-Maliki und Jawad Awwad bekannt, dass sie drei Lastwagen voll medizinischer Hilfe – darunter Antibiotika, Medikamente für die Behandlung chronischer Erkrankungen und ‚alles, was im Notfall benötigt wird’ – nach Venezuela schicken würden. Der Transport sollte am Sonntag in Richtung des israelischen Hafens Ashdod aufbrechen und von dort nach Venezuela weiter befördert werden. (…) Maliki erklärte, Abbas habe ihn angewiesen, die Hilfe zu spenden. Venezuela sei ‚ein Freund, der dem palästinensischen Volk in dem Märtyrium, dass es erlebt hat und weiterhin erlebt, immer wieder zur Seite gestanden hat’. (…)

Der Gazastreifen leidet seit Monaten an einem gravierenden Mangel an medizinischen Versorgungsgütern. Die Hamas und internationale NGOs haben der PA vorgeworfen, die Kürzung der medizinischen Versorgung des Gazastreifens gehöre zu einer Reihe von Strafmaßnahmen, die die Terrorgruppe zwingen solle, die Kontrolle über die palästinensische Enklave preiszugeben. Der NGO Physicians for Human Rights in Israel (PHRI) liegen seit Juni Informationen des von der Hamas geführten Gesundheitsministeriums im Gazastreifen vor, denen zufolge ‚ein Drittel der unentbehrlichen Medikamente und mehr als 270 in Operationssälen und auf Intensivstationen benötigte medizinische Ausrüstungsgegenstände in den Lagern des Gesundheitsministeriums und den Krankenhäusern des Gazastreifens nicht mehr erhältlich sind’. Unter Berufung auf Statistiken des von der Hamas geführten Ministeriums erklärte PHRI, die meisten Krebspatienten im Gazastreifen erhielten aufgrund der Unterversorgung keine angemessene Behandlung. Mit am schlimmsten betroffen seien Patienten, die an der chronischen Lungenerkrankung zystische Fibrose leiden und die erforderlichen Medikamente und Vitamine nicht erhielten. Dabei handle es sich überwiegend um Kinder. Die Palästinensische Autonomiebehörde habe auch die Zahlungen gekürzt, die es Palästinensern ermöglichten, den Gazastreifen zu verlassen und sich in Israel oder anderswo im Ausland behandeln zu lassen.“ (Dov Lieber: „Israeli general mocks Abbas for sending medical aid to Venezuela“)

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