Wann gilt man bei der New York Times als Terrorist?

„Man stelle sich vor, Terry Nichols, der 1995 den Bombenangriff in Oklahama City ausführte, veröffentlicht einen Gastkommentar in der New York Times, in der er sich mit keinem Geringeren als Nelson Mandela vergleicht. Er bezeichnet sich als Freiheitskämpfer; er behauptet, es ginge ihm um Frieden, Würde und Freiheit; er äußert eine harsche Kritik an den Behörden wegen seiner ‚willkürlichen Verhaftung’ und beschuldigt das Personal im Bundesgefängnis der Folter und der systematischen Verletzung der Menschenrechte. Die 168 Menschen, die er ermordete, erwähnt er nicht. Der Kommentar schließt mit den Worten: ‚Terry Nichols ist ein Geschäftsmann und ehemaliger Soldat in der US-amerikanischen Armee.’ Ich vermute, dass meine amerikanischen Freunde über den verurteilen Massenmörder und die Zeitung, die ihm ein Forum bietet, einiges zu sagen hätten.

Genauso verhält es sich mit dem am 16. April in der New York Times veröffentlichten Gastkommentar des palästinensischen Terroristen Marwan Barghouti. Zur Erinnerung: Als das Oberhaupt der Tanzim-Brigaden, einem terroristischen Ableger der Fatah, plante, genehmigte und lenkte er Terrorangriffe im Westjordanland und innerhalb der Grünen Linie [in Israel; Mena Watch]. Er wurde wegen fünffachen Mordes und der Beihilfe bei vier anderen Angriffen zu fünfmal lebenslänglich verurteilt. Ich hätte der Times emphatisch davon abgeraten, sich zum Propagandainstrument von Terroristen zu machen. Zumindest aber wäre es angemessen gewesen, ihren Lesern zu erklären, wer der Autor ist anstatt lediglich anzumerken, er sei ‚ein palästinensischer Anführer und Parlamentarier’.“ (Reuven Ben-Shalom: „No Nelson Mandela“)

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